Heutzutage sind gute Verkaufsideen nicht bloß ungemein wertvoll, sondern auch sehr selten geworden. Oft reichen simple Ideen und Erfindungen, wie in den Anfängen des letzten Jahrhunderts das Leben prägten, nicht mehr aus, um Interesse zu wecken oder zu funktionieren. Ähnlich wie auch in der Film- oder Musikbranche dominieren mittlerweile auch in anderen Branchen Konzepte, die interdisziplinär funktionieren. Wer denkt schon beispielsweise bei einem alten Airbag-Luftsack, der gerade aus einem ausgemusterten Auto ausgebaut wurde, dass man aus diesem nun verbrauchten und nutzlos gewordenen Stück Müll noch etwas sinnvolles machen könnte?
Gewisse Leute bewiesen mehr Kreativität und sahen in den alten Airbags Potenzial, um einerseits sich selbst kreativ auszuleben und andererseits, um gleichzeitig Geld aus dem vermeintlichen Müll zu machen. Der Gedanke dahinter ist, den Airbags eine komplett neue Identität zu verleihen. Die Identität eines Modeaccessoires, die sich durch Müll, Recycling, Einfallsreichtum und moderner Mode definieren lässt.
Bei genauerer Betrachtung hat die Verwendung von ausgemusterten Airbag-Luftsäcken entscheidende Vorteile. Solche Säcke sind enorm strapazierfähig, wasser- und schmutzabweisend sowie resistent gegen Motten, Schimmel und Feuchtigkeit. Die Luftsäcke bestehen aus hauchdünnen und enorm reißfesten Kunststofffasern, die dazu nicht brennbar sind. Optimale Eigenschaften für eine Textilie, aus der alltagstaugliche Modeartikel entstehen. Es ist also nicht nur ein Marketinggag, Taschen und andere Artikel aus Airbag-Luftsäcken herzustellen, sondern bringt neben dem frischen Wind auch einige praktische Vorteile, auch wenn sich die Verwendung der Airbag Taschen im Wasser oder gar im Feuer selbstverständlich vermeiden lassen sollte. Es hat sich gezeigt, dass solche Waren konkurrenzfähig mit klassischen Modeartikeln sind. Aufgrund des speziellen Charakters, der durch das außergewöhnliche Material resultiert, werden solche Airbag-Produkte von den Kunden nach anfänglichem Zögern interessiert angenommen. Es ist auch zu beobachten, dass bei einigen Käufern eine starke Identifizierung mit einer solchen neuen Art von Modebewusstsein entsteht, was dazu führt, dass auch andere recycelte Modelinien mit großem Interesse ausprobiert werden.
Das Recyceln von ausgemusterten oder verbrauchten Industriematerialien hat momentan Hochkonjunktur. Es gibt Unternehmen, die haben sich gänzlich auf die Herstellung von Modeartikel aus Industriematerialien spezialisiert. Von Sicherheitsgurten, LKW-Planen über PET-Flaschen bis hin zu Autoreifen wird alles genutzt, um daraus etwas Neues zu schaffen. Es ist beachtlich, welch Potenzial in einer solchen Wiederverwertung liegt. Das Konzept ist nicht bloß ökologisch und die Ergebnisse sind nicht nur schick und elegant, es trifft auch den momentanen Zeitgeist von einem umweltbewussten Alltagsdenken.